Expedition antarktische Sonnenfinsternis
Vor drei Jahren hörte ein Genfer "Sonnenfinsternisjäger", dass ein Eisbrecher ausgerüstet wird, um in der Antarktis die totale Sonnenfinsternis vom 23. November 2003 zu beobachten. Er sprach darüber mit dem Astrophysiker Didier Raboud, der seinerseits wieder mit dem Lehrer Laurent Dubois sprach. Gemeinsam beschlossen sie, im Zusammenhang mit diesem Ereignis ein Unterrichtsprojekt für alle Schulstufen zu organisieren. In der Folge arbeiteten sie das Konzept aus, beschafften die Finanzen und erstellten die pädagogischen Ressourcen für die Lehrer.
Radio-Flash-Sequenzen direkt aus der Antarktis
Ihre Idee war es, eine Studentin einen Monat lang auf den Eisbrecher zu schicken. Ihre Erfahrungen würde sie per Internet allen Projektteilnehmenden übermitteln. Dafür musste sie ihre Erfahrungen protokollieren, auswerten und ins Internet stellen. Die Schulen sollten dann diese Erfahrungen nachspielen und die Daten auswerten, die die junge Studentin geschickt hatte. Begleitet wurde sie vom Astrophysiker Didier Raboud und vom Physiker Alain Bidard. Zusätzlich war noch eine Radioreporterin an Bord, die Radio-Flash-Sequenzen direkt vom Schiff zu Radio Suisse Romande schickte. Diese Flash wurden gleichzeitig auch noch per Internet übertragen.
Portal der Polar Foundation International
Durch Verteilerlisten des Bildungswesens wurden die Lehrpersonen über das Projekt informiert. Gleichzeitig hat man sich des Portals der internationalen Polarstiftung bedient - eines Portals auf Basis von PostNuke mit einer Reihe für das Projekt nützlicher Funktionen. Im Netzwerk befanden sich schlussendlich nicht nur Schweizer, sondern auch belgische und französische Lehrpersonen.
Unterricht auf dem Portal
In der Folge organisierte Laurent Dubois in seiner Funktion als Ausbilder von Primarlehrpersonen im Kanton Genf einen Fortbildungskurs für die Lehrpersonen des Kantons. Gegenstand der Weiterbildung sollte ein Projekt sein, das Unterricht und Lernziele verband. Die Weiterbildung hatte zusätzlich zum Ziel, die Lehrpersonen zum Mitmachen anzuregen. 96 Lehrpersonen schrieben sich für den Kurs ein.
Mit Hilfe des Portals der Polar Foundation International konnte Laurent die Expedition in all ihren Einzelheiten lebendig machen.
Dazu gehörte:
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Tagesneuigkeiten besprechen
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Informationen vom Eisbrecher übermitteln
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die Lehrpersonen dazu anzuregen, sich sowohl im Klassenzimmer wie auf dem Portal mit dem Projekt zu beschäftigen.
Laurent hoffte, dass Lehrpersonen Unterrichtsblätter ausarbeiten würden. Zwar wurden einige gemacht, aber bei langem nicht so viele, wie er gehofft hatte. Seiner Meinung nach hängt das damit zusammen, dass Lehrpersonen ihre Dokumente nicht gerne veröffentlichen.
Finanzprobleme
Besondere Schwierigkeiten bereitete die finanzielle Seite des Projekts. Das Budget musste immer wieder gekürzt werden und die Suche nach Sponsoren gestaltete sich nicht einfach. Gleichzeitig versuchten die Projektleiter, die Benutzung des ziemlich komplexen Portals so einfach wie möglich zu gestalten. Bei der Weiterbildung wurde daher eine Schulung für das Tool mit eingeschlossen. Für die, die nicht zu der Weiterbildung kommen konnten, wurden Onlinekurse bereitgestellt mit Beispielen und Ratschlägen.
Für Laurent war es zwar nicht das erste Mal, dass er ein Projekt dieser Art koordinierte, aber das erste Mal ein Projekt dieser Grössenordnung. Vor allem, meint er, hätte er dabei eine Menge gelernt über Projektmanagement. Die Tatsache, dass er mit sehr verschiedenen Leuten aus der Weiterbildung und dem Bildungswesen arbeitete, sei sehr lehrreich gewesen.
Begeisterte Schulen
Zum Erfolg des Projekts trug auch die sehr gute Vorbereitung der Unterrichtsmaterialien bei, sowie der Einbezug verschiedener Medienarten: Radio, Animation, Video, Fotos, gedruckte Unterlagen, pädagogische Dossiers, Erfahrungsprotokolle...
Die Schulleitungen der am Projekt beteiligten Schulen waren begeistert. Im Kanton Genf mussten sie mit der Volksschuldirektion (DEP) verhandeln, um institutionell anerkannt zu werden. Die DEP hat das Projekt evaluiert und bei der Verbreitung geholfen. Allerdings hat sie sich finanziell nicht am Projekt beteiligt. Die Tatsache, dass es eine offizielle Weiterbildungsveranstaltung zu dem Projekt gab, hat ihm zusätzliche Pluspunkte eingetragen. Rund vierzig Prozent der Genfer Primarschulen beschäftigten sich mit der Expedition und dem Projekt.
Die Fortsetzung
Ein neues Projekt nach dem gleichen Modell ist bereits in Planung: pädagogisches Material für Lehrpersonen erstellen, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen an konkreten Projekten im Zusammenhang mit Expeditionen oder Geschehen teilhaben lassen, die in anderen Ländern stattfinden.
Kontakt
Laurent Dubois
E-Mail : laurent.dubois@edu.ge.ch
