Mediale Gewalt

Im Rahmen der JAMES-Studie 2010 der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften wurden über 1000 Schweizer Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren befragt. Bei den medialen Freizeitbeschäftigung stehen, laut Studie, Handy und Internet gemeinsam an erster Stelle. 95 % haben von zuhause aus Zugang zum Internet. 98 % aller befragten Jugendlichen besitzen ein eigenes Handy.

Problematische Handynutzung
"Knaben sind mit problematischen Inhalten auf dem Mobiltelefon eher konfrontiert - sei es passiv oder aktiv - als Mädchen. Ungefähr jeder fünfte Junge hat bereits einmal einen Brutalo- oder Pornofilm auf dem Handy erhalten. Bei Mädchen sind es lediglich 3 %. Ein Prozent der Mädchen und 3 % der Knaben haben wegen unerlaubter Inhalte auf ihrem Mobiltelefon Probleme mit Lehrern, Eltern oder Behörden bekommen. " (Ergebnisse JAMES-Studie)

Cyberbullying nimmt zu, was ist das?

"Unter Cyberbullying versteht man die Belästigung, Diffamierung oder das Ausüben von Psychoterror via Handy und Internet von Kindern oder Jugendlichen durch Kinder oder Jugendliche. Dabei wird das Opfer mit verfälschten Bildern oder Videos, die im Internet publiziert werden oder über das Handy mit SMS und MMS versendet werden, belästigt und schikaniert. Ausserdem setzen die Täter E-Mails und peinliche Bilder, die rundgesendet werden, oder aber gefälschte Profile in Online Communities ein, um ihre Opfer zu plagen und mürbe zu machen. Opfer solcher Attacken leiden oft unter Depressionen und einer Verschlechterung des Selbstwertgefühles, was sich auch auf die schulischen Leistungen negativ auswirken kann," schreibt die Schweizerische Kriminalprävention in ihrem Ratgeber gegen Cyberbullying:

Wie Eltern/Lehrpersonen Cyberbullying erkennen können

  • Das Kind als Opfer?

    Plötzliche Veränderungen in der Gemütsverfassung eines Kindes oder das Abfallen der schulischen Leistungen können ein Anzeichen für eine Cyberbullyingattacke sein.

  • Das Kind als Täter?

    Gemäss dem Motto: „Was Du nicht willst, was man dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu!“

Cyberbullying nimmt zu, was kann man tun?

Hilfe für das Kind als Opfer

  • Machen Sie ihm klar, dass es nicht machtlos ist!

  • Es gibt immer jemanden, an den es sich wenden kann: Eltern, Grosseltern, Geschwister, andere Verwandte, Lehrer, Trainer, Pfarrer, Sozialdienst der Schule, oder oder oder

  • Wenn es sich wehrt und jemandem anvertraut, besteht die Chance, dass der Täter zur Verantwortung gezogen wird. Täter hinterlassen immer Spuren, welche zurückverfolgt werden können.

  • Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie ihm helfen, wenn es von Anderen belästigt wird.

  • Helfen Sie dem Kind, wenn es zum Täter geworden ist!

    Sie sollten sich bewusst sein, dass mit den heutigen technischen Möglichkeiten der Polizei fast Jeder zu überführen ist.

  • SMS oder MMS sind einfach zurückverfolgbar. Auch Blogbeiträge oder Videos in YouTube sind via IP Adresse ermittelbar!

  • Schlagen, Bedrohen, massiv Hänseln oder sexuelle Belästigung werden nicht toleriert und können gesetzlich verfolgt werden.

  • Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Kind erklären, warum es sich nicht an solchen Bullying-Attacken beteiligen soll. Bullying ist NICHT cool! „Was du nicht willst, was man dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu!“

Weiteres Material gegen mediale Gewalt

Studien

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